Welche therapeutischen Möglichkeiten
gibt es?
Zunächst sollte der Hausarzt bzw. der Facharzt des depressiv Erkrankten abklären, welcher Art die Depression
des Betroffenen zuzuordnen ist. Daraus ergibt sich dann, welche therapeutischen Schritte eingeleitet werden.
Therapie durch den Arzt
Der Hausarzt kann selbst die Behandlung übernehmen, indem er die medikamentöse Therapie beginnt und/oder
gleichzeitig psychotherapeutische Gespräche mit dem Kranken führt. Er kann aber auch eine Überweisung
zum Facharzt, also zum Psychiater befürworten.
Dieser übernimmt dann die Behandlung und führt sie allein oder gemeinsam mit dem Hausarzt durch. Sollte
die Depression im wesentlichen biographisch, d.h. aus der Lebensgeschichte, ableitbar sein, so ist oft eine psychotherapeutische
Behandlung bei einem dafür qualifizierten Arzt notwendig. Diese Entscheidung sollte der Kranke jedoch selbst
fällen. Häufig bedarf es aber dazu der einfühlsamen Hilfe seines Hausarztes oder seiner Verwandten.
Medikamentöse Therapie
Die Therapie mit Medikamenten bei depressiven Erkrankungen hat einen hohen Stellenwert. Sie ist oft zu Beginn
der Behandlung - auch einer psychotherapeutischen Therapie - sinnvoll und notwendig. Es gibt spezifische Medikamente
bei der Behandlung von Depressionen. Sie gehören einer bestimmten Stoffgruppe an und machen nicht abhängig.
Das sollte jeder Erkrankte und jeder Angehörige wissen. Die Verordnung dieser Medikamente ist im allgemeinen
zeitlich begrenzt. Manchmal ist es notwendig, Antidepressiva zu verabreichen, die zunächst müde machen.
Das ist in der Therapie beabsichtigt: nur so gelingt es dem Erkrankten Abstand von den quälenden Gedanken
zu bekommen, eine innere Ruhe wiederzuerlangen, Angst zu verlieren und wieder die Möglichkeit zu erhalten,
Schlaf zu finden.
Manche Medikamente haben Nebenwirkungen: So können beispielsweise Mundtrockenheit, Sehstörungen, Schwindelgefühle,
Verstopfung usw. auftreten. Deshalb ist es sinnvoll, sich genau über die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen
zu informieren. Im allgemeinen kann der behandelnde Arzt diese Nebenwirkungen lindern oder gar beseitigen. Nur
so wird vermieden, dass der Erkrankte wegen der Nebenwirkungen die Behandlung abbricht oder die Angehörigen
aus Angst vor den Nebenwirkungen dem Betroffenen raten, mit der Einnahme der Medikamente aufzuhören.