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Gefäßerkrankungen Noch zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gehörten Erkrankungen der Gefäße und damit Durchblutungsstörungen nicht zu den gesellschaftlich bedeutsamen und häufigen Diagnosen. Durch verschiedene Faktoren – etwa die Verbesserung des Lebensstandards und die höhere Lebenserwartung – sind arterielle Durchblutungsstörungen in unserer Zivilisation zu einem erstrangigen medizinischen Problem geworden. Die Bedeutung dieser Entwicklung zeigt sich besonders beeindruckend darin, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen heute in der Todesursachenstatistik an erster Stelle stehen. Ihrer Funktion im Stoffaustausch entsprechend betreffen Störungen der Blutgefäße prinzipiell alle Organe und Regionen des Körpers. Ist eine bestimmte Schwere der Gefäßveränderungen und damit eine Verengung von Gefäßen erreicht, äußert sich die Durchblutungsstörung wiederum abhängig von der Lokalisation und Lebenswichtigkeit der betroffenen Organsysteme. Kommt es zum Beispiel zu belastungsunabhängigen Schmerzen der Beine (sog. „Schaufensterkrankheit") bis hin zu „offenen Beinen" und Nekrosen, sprechen die Mediziner von peripherer arterieller Verschlusskrankheit, weil ihr die Störung der Zufuhr von sauerstoffreichem (arteriellem) Blut durch Verschluss größerer oder kleiner Gefäße in den Extremitäten zugrunde liegt. Bei der Thrombangiitis obliterans (TAO) handelt es sich um eine schwere, entzündliche und schubförmig verlaufende Sonderform der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (paVK). Sie ist nach dem Arzt Leo Buerger benannt, der die Erkrankung 1908 erstmals näher untersucht und beschrieben hat. Im Gegensatz zur paVK liegt der Erkrankung nicht primär die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) sondern höchstwahrscheinlich eine verfehlte körpereigene Abwehrreaktion gegen bindegewebige Bestandteile der Blutgefäße zugrunde. Diese Reaktion führt zu einer Entzündung von Gefäßabschnitten, vor allem in kleinen und mittelgroßen Arterien und oberflächlichen Venen.
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